Mittwoch, 23. Februar 2011

Heute morgen hatte ich wieder einmal in unserer Gemeindebücherei eine Lesung für eine 6. Klasse unserer Realschule - es schloss sich eine Büchereiführung an (Danke an Frau Jung!!) - und wir werden sicher wieder eine Menge neuer Leseratten für unsere Bibliothek gewonnen haben!

Da fällt mir eine schöne Sache ein, die ich  Rheinland immer wieder gesehen habe: öffentliche Bücherschränke. Eine sehr schöne und sicher nachahmenswerte Sache, die es (laut Wikipedia) in Baden-Württemberg leider erst an drei Orten gibt. 

Gestern schrieb ich ja über "Brennpunkte" - für jemanden, der für das geschriebe Wort "brennt", stellt sich immer wieder die Frage des Austausches. Bücher alleine zu lesen macht oft nur wenig Sinn - für mich ist der Austausch, der Dialog, meinetwegen auch der Streit über das gedruckte Wort wichtig - deswegen lesen wir uns in unserer Familie auch immer wieder Zeitungsartikel oder Buchkapitel gegenseitig vor ...

Es stellt sich die Frage: wie kann der Austausch von Büchern auch an solchen Orten intensiviert werden, die man gemeinhin als "bildungsfern" bezeichnet?
Öffentliche Bücherschränke sind hier ein guter Ansatz - ich habe mit einigen Betreibern gesprochen. Vandalismus gab es so gut wie nie, kein einziger Bücherschrank hat je gebrannt (was durchaus eine Sorge war), teilweise wurden die Schränke in einer Nacht-und Nebelaktion mit Graffiti verziert. An manchen Tagen quellen sie über, an anderen Tagen liegen nur zwei, drei Bücher drin ...
Ehrensache, dass ich einen Schrank in Köln-Kalk ebenfalls bestückt habe. Ich habe zu diesem Zweck mein Buch übrigens mit einem Label von bookcrossers versehen - doch dazu morgen mehr!

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlicher_B%C3%BCcherschrank

Dienstag, 22. Februar 2011

Lesen in Köln

Letzte Woche war ich im Rheinland unterwegs - ein paar nette Begebenheiten möchte ich mit Euch teilen!

Zum Beispiel diese Lesung in einer Kölner Bäckerei in einem sogenannten sozialen Brennpunkt. Die Lesung war gut besucht, Teller- und Löffelgeklapper und die kritische Anmerkung einer älteren Dame. "Wir sin ävver net hierherjekomme um ne Krimi ze höre, sondern um jet zu schwade ..." - aber dann war die Spannung doch stärker als der schwärzeste Kaffee - und Ruhe kehrte ein - nun ja, nicht gerade Friedhofsruhe, aber doch beinahe... 

Hinterher unterhielt ich mich mit dem Besitzer der Bäckerei über so naheliegende Themen wie soziale Gerechtigkeit und Stadtteilentwicklung. Er sprach mir von Gentrifizierung. Ich musste das auch erst einmal nachschlagen.Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass es keine Gerechtigkeit auf dieser Welt gibt, schon gar nicht in Stadtteilen mit hoher Fluktuation, aber ich sage das nicht laut. Zumindest nicht in einer Brennpunktbäckerei mit köstlichem Hefegebäck.Erwähnte ich bereits das Problem der Korruption?

Erwähnte ich, dass man lange und vergeblich auf die Verbesserung der Verhältnisse warten kann - aber vielleicht auch etwas tun sollte? Guckst du: http://www.stiftungkalkgestalten.de/