Beate Felten-Leidel
Hasenherz und Sorgenketten – mein Leben mit der Angst
erschienen im BALANCE buch +
medien-Verlag ISBN 978-3867390743 14,95
€
Satelliten kreisen um Himmelkörper. Ängstliche Seelen
kreisen um Probleme. Beate Felten-Leidel
hat über das Thema Angst ein kluges Buch geschrieben, das Betroffenen
und Angehörigen Mut macht.
Wenn die Autorin eigene Beschwerden schildert, fragt man
sich, ob wirklich eine einzige Person so viele Symptome zeigen kann. Glücklicherweise
vergisst sie aber nie ihren Humor und hat auch sonst noch viel Brauchbares
anzubieten, wenn sie sich kenntnisreich im Dschungel der negativen Emotionen
voran arbeitet. Systematisch und
anschaulich schildert sie soziale Ängste genauso wie Körperängste und vergisst auch
nicht die objektgebunden Ängste. Lesenswert wird das Buch vor allem durch
Authentizität und fundiertes psychiatrisches Basiswissen.
Dankenswert ist, dass Beate Felten-Leidel der Blick über den
Tellerrand der eigenen Betroffenheit gelingt, indem sie ihre eigenen Ängste in
den Kontext der sog. Kriegsenkelgeneration stellt. Sie schildert, welche
Verheerungen die totgeschwiegenen Ängste der Eltern auch noch in der nächsten
Generation anrichten können – bei Menschen, die jetzt mitten im Leben stehen.
Die Autorin zeigt Wege auf, wie eine Versöhnung gelingen kann und macht Mut für einen Neuanfang – auch in
fortgeschrittenem Alter.
Außerdem widmet sich die Autorin einem zweiten Thema, das
wahrscheinlich sogar viele Betroffene als irrelevant abtun: Grübeleien und
nicht endende Sorgen, die nicht nur durchwachte Nächte, sondern ein ganzes
Leben vergiften können. Sie schildert einfach umsetzbare Interventionen, um aus dieser Sorgenspirale wieder
herauszufinden. Ja, es gelingt ihr sogar diesen zermürbenden Nöten etwas
Positives abzugewinnen: Frühwarnsystem helfen sie rechtzeitig notwendige Veränderungen im Leben
einzuleiten.
Therapeutisch bezieht sich die Autorin vorwiegend auf
kognitive Methoden, die auch in Studien ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Das
Buch baut Brücken zu Menschen, die mit ihren Ängsten auf immer der gleichen
Umlaufbahn um sich selbst kreisen. Es vergisst auch nicht die Angehörigen,
macht Mut zur Selbsthilfe und zeigt Therapiemöglichkeiten auf. Auch der sorgfältig ausgearbeitete Literaturteil bietet
viele Anregungen – Zündstoff für alle, die starten wollen in eine neue Umlaufbahn,
die nicht mehr Sorgen und Ängste in den Mittelpunkt stellt.

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